Rotpunktvisier Footprints erklärt: RMR, RMSc, DPP, ACRO & Co.
Der Footprint eines Rotpunktvisiers entscheidet darüber, ob ein Red Dot direkt auf deine Pistole passt oder eine passende Adapterplatte benötigt wird.
Rotpunktvisiere sind auf modernen Pistolen immer häufiger anzutreffen. Doch wer ein Red Dot auf seiner Pistole montieren möchte, wird schnell mit Begriffen wie RMR, RMSc, Holosun K, DPP, ACRO oder C-More konfrontiert.
Diese Bezeichnungen stehen für unterschiedliche Montageschnittstellen – sogenannte Rotpunktvisier Footprints. Nicht jedes Rotpunktvisier passt deshalb auf jede Optics-Ready-Pistole oder Adapterplatte.
In diesem Beitrag erklären wir die wichtigsten Footprints und zeigen, worauf du bei der Auswahl eines Rotpunktvisiers achten solltest.
Was ist ein Rotpunktvisier-Footprint?
Der Footprint eines Rotpunktvisiers bezeichnet die mechanische Schnittstelle zwischen dem Red Dot und der Pistole beziehungsweise der verwendeten Adapterplatte.

Entscheidend sind unter anderem:
- Position und Abstand der Befestigungsschrauben
- Position der Führungs- und Rückstosswarzen
- Form und Abmessungen der Auflagefläche
- Art der Befestigung
Zwei Rotpunktvisiere können optisch nahezu gleich gross sein und trotzdem unterschiedliche Footprints besitzen.
Die wichtigsten Rotpunktvisier-Footprints
Trijicon RMR
Der RMR-Footprint gehört zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Schnittstellen für Pistolen-Rotpunktvisiere.
Typische Optiken mit dieser Schnittstelle sind beispielsweise:
- Trijicon RMR
- Trijicon RMR HD
- Trijicon SRO
- Holosun 407C
- Holosun 507C
- Holosun 508T
- Holosun 507COMP
Der RMR-Footprint ist besonders bei Full-Size-Pistolen sowie im sportlichen und dynamischen Schiessen weit verbreitet.
Shield RMSc
Der RMSc-Footprint wurde für besonders kompakte Rotpunktvisiere entwickelt und ist entsprechend häufig auf kompakten und subkompakten Pistolen anzutreffen.
Bekannte Vertreter sind die Optiken der Shield-RMS- und RMSc-Familie. Mittlerweile verwenden auch verschiedene andere Hersteller diesen oder einen daran angelehnten Footprint.
Holosun K
Der Holosun-K-Footprint wird bei verschiedenen kompakten Holosun-Optiken verwendet.
Dazu gehören beispielsweise:
- Holosun 407K
- Holosun 507K
- Holosun EPS
- Holosun EPS Carry
Wichtig: Holosun K und Shield RMSc sind nicht identisch.
Obwohl sich die beiden Schnittstellen ähneln, gibt es Unterschiede bei den Führungswarzen und der Montage. Deshalb sollte die Kompatibilität der jeweiligen Pistole oder Adapterplatte immer genau geprüft werden.
Leupold DeltaPoint Pro – DPP
Ein weiterer verbreiteter Footprint ist der Leupold DeltaPoint Pro, kurz DPP.
Neben dem namensgebenden DeltaPoint Pro verwenden auch verschiedene andere Rotpunktvisiere eine gleiche oder ähnliche Schnittstelle.
Die DPP-Schnittstelle findet sich zudem bei verschiedenen Optics-Ready-Systemen von Pistolenherstellern.
Aimpoint ACRO
Das Aimpoint-ACRO-Interface unterscheidet sich konstruktiv deutlich von klassischen Footprints wie RMR oder RMSc.
Das Rotpunktvisier wird über eine spezielle Klemm-Schnittstelle befestigt.
Bekannte Vertreter sind:
- Aimpoint ACRO P-1
- Aimpoint ACRO P-2
Das System wird insbesondere bei geschlossenen Rotpunktvisieren – sogenannten Enclosed Red Dots – eingesetzt.
Docter / Noblex
Der Docter- bzw. Noblex-Footprint existiert bereits seit vielen Jahren und wird von verschiedenen Rotpunktvisieren verwendet.
Man findet diese Schnittstelle unter anderem bei bestimmten Optiken von Docter/Noblex sowie bei verschiedenen kompatiblen Modellen anderer Hersteller.
C-More RTS / STS
Eine weitere Schnittstelle ist der C-More RTS/STS-Footprint.
Rotpunktvisiere dieser Bauart sind vor allem im sportlichen und dynamischen Pistolenschiessen anzutreffen.
Die wichtigsten Footprints im Überblick
| Footprint | Typische Rotpunktvisiere |
|---|---|
| RMR | Trijicon RMR/SRO, Holosun 407C/507C/508T/507COMP |
| RMSc | Shield RMS/RMSc und verschiedene Micro Red Dots |
| Holosun K | Holosun 407K/507K/EPS/EPS Carry |
| DPP | Leupold DeltaPoint Pro und kompatible Modelle |
| ACRO | Aimpoint ACRO P-1/P-2 und kompatible Enclosed Red Dots |
| Docter/Noblex | Docter/Noblex und verschiedene kompatible Optiken |
| C-More RTS/STS | C-More RTS2/STS2 und Competition-Optiken |
Direktmontage oder Adapterplatte?
Welche Rotpunktvisier Adapterplatte benötigt wird, hängt vom Montagesystem der Pistole und vom Footprint des verwendeten Red Dots ab.
Grundsätzlich gibt es drei Varianten:
Direkte Montage
Der Footprint des Rotpunktvisiers entspricht direkt der Schnittstelle im Verschluss. Das Red Dot kann ohne zusätzliche Adapterplatte montiert werden.
Montage mit Adapterplatte
Zwischen Pistole und Rotpunktvisier wird eine passende Adapterplatte eingesetzt. Damit lassen sich unterschiedliche Footprints auf derselben Pistole verwenden.
Herstellerspezifisches Plattensystem
Einige Optics-Ready-Pistolen verwenden eigene Montageplatten. Je nach Rotpunktvisier wird die passende Platte für den entsprechenden Footprint benötigt.
Eine direkte Montage ermöglicht in der Regel eine besonders niedrige Montagehöhe. Ein Plattensystem bietet dagegen mehr Flexibilität bei der Wahl des Rotpunktvisiers.
RMSc und Holosun K: ähnlich, aber nicht gleich
Eine häufige Fehlerquelle ist die Annahme, dass RMSc und Holosun K identisch seien.
Die Schnittstellen sind ähnlich, unterscheiden sich jedoch in wichtigen Details. Je nach Montage können beispielsweise Führungswarzen im Weg sein oder eine speziell angepasste Adapterplatte erforderlich sein.
Vor dem Kauf sollte deshalb immer der exakte Footprint des Rotpunktvisiers überprüft werden.
Worauf sollte ich vor dem Kauf achten?
Bevor du ein Rotpunktvisier für deine Pistole kaufst, solltest du folgende Punkte klären:
- Ist deine Pistole für die Montage eines Rotpunktvisiers vorbereitet?
- Welche Schnittstelle bzw. welches Plattensystem verwendet die Pistole?
- Welchen Footprint besitzt das gewünschte Rotpunktvisier?
- Ist eine zusätzliche Adapterplatte erforderlich?
- Sind die vorgesehenen Schrauben und deren Länge für diese Kombination geeignet?
Gerade der letzte Punkt wird gerne unterschätzt. Zu lange oder ungeeignete Schrauben können bei bestimmten Pistolen zu Problemen führen.
Rotpunktvisier richtig montieren und einschiessen
Mit der passenden Adapterplatte ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen. Das Rotpunktvisier muss korrekt montiert und anschliessend eingeschossen werden.
Dabei solltest du insbesondere die Herstellerangaben zum Anzugsdrehmoment der Schrauben beachten. Auch eine geeignete Schraubensicherung kann je nach Hersteller vorgesehen sein.
Nach der Montage wird das Rotpunktvisier auf die gewünschte Distanz eingeschossen und die Treffpunktlage kontrolliert.
Ebenso wichtig ist das Training mit dem Rotpunktvisier. Gerade Schützen, die bisher hauptsächlich mit Kimme und Korn geschossen haben, müssen sich an die neue Visierung gewöhnen. Ein sauberer Anschlag und eine reproduzierbare Präsentation der Pistole helfen dabei, den Rotpunkt nach dem Ziehen oder Anheben der Pistole schnell im Sichtfenster zu finden.
Fazit
Bei Rotpunktvisieren für Pistolen gibt es keinen universellen Montagestandard. Zu den wichtigsten Rotpunktvisier-Footprints gehören heute RMR, RMSc, Holosun K, DPP und ACRO. Daneben existieren weitere Schnittstellen wie Docter/Noblex oder C-More.
Vor dem Kauf eines Red Dots solltest du deshalb immer prüfen, welchen Footprint deine Optik besitzt und welche Schnittstelle deine Pistole unterstützt.
Die richtige Kombination aus Pistole, Adapterplatte und Rotpunktvisier sorgt nicht nur dafür, dass alles mechanisch zusammenpasst, sondern bildet auch die Grundlage für eine zuverlässige Montage und ein erfolgreiches Training mit dem Red Dot.
